Agile Rollen erleben – mit Improvisationstheater

Heinz Erretkamps F&E Manager Forum

Eine paar Tage nach der Agile PEP Minds Konferenz in Berlin ging es in München rasant weiter: Das F&E Manager Forum vom 2. bis 3. Dezember – wahrscheinlich die hochkarätigste deutschsprachige Veranstaltung für Forschung und Entwicklung. Über 100 Executives und Entwicklungsleiter namhafter Firmen, Keynotes u.a. von Prof. Dr. Weber (BMW) und Prof. Dr. Hofmann (FESTO). Dazu das geniale Improvisationstheater Improvisationstheater Vitamin T.

Die fünf Schauspieler gaben das folgende Stück:

  • Daily: Anruf eines Lieferanten bei einem Teammitglied – drei Monate Lieferverzug – Konflikt im Team, ob der Product Owner zu informieren ist – dominantes Teammitglied setzt sich durch…
  • Demonstration: Product Owner bekommt Tage später die Information und rastet aus – Product Owner fällt in seine alte Rolle des Projektleiters zurück – Command & Control…
  • Krisensitzung beim Geschäftsführer: der Projektleiter (ehemals Produkt Owner) versichert, dass ER alles im Griff hat und vereinbart tägliches Reporting – Ende der Szene…

Das Auditorium wird aufgefordert, in Kleingruppen Vorschläge zu entwickeln, wie diese Situation besser gelöst werden kann. Schnell einigt man sich darauf, dass der Agile Coach gefehlt hat. Die Situation wird zurückgespult. Jetzt ist der Agile Coach beim Daily auf der Bühne. In genau dem Moment, in dem das dominante Ego nach vorne prescht, wendet sich der Coach ratsuchend ans Publikum. Dessen Vorschläge werden durch die Schauspieler umgesetzt. Die Situation entwickelt sich weiter, das Publikum wird erneut und immer wieder einbezogen und wird dadurch selbst zum Agile Coach.

Was das Herz…

Genial! Ich hatte den faszinierenden Eindruck, dass viele der Teilnehmer zum ersten Mal die Bedeutung des agilen Rollenkonzepts nicht nur theoretisch verstanden, sondern selbst erlebt und mit Leben gefüllt haben. Und wieder wurde mir klar, wie recht Schopenhauer hatte, als er die Worte schrieb: „Was dem Herzen widerstrebt, lässt der Verstand nicht ein.“ Oder anders herum: Nur was das Herz durchlässt, kommt im Verstand auch an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.