Spinnen küssen – agiles Management – neurobiologisch

Heinz Erretkamps mit Dr. Sebastian Spoerer

Heinz Erretkamps mit Dr. Sebastian Spoerer

Woran merken Sie, dass Ihr Vortrag ein Highlight der Veranstaltung war?

Etwa, wenn Ihr Name in nachfolgenden Beiträgen immer wieder genannt wird oder noch besser, wenn eine der Aussagen während der anschließenden Networking Phasen an vielen Stehtischen zitiert wird, wie zum Beispiel das „Spinnen küssen“.

„Agiles Management – neurobiologisch betrachtet“ So lautete der Titel meines gemeinsamen Vortrags mit dem wunderbaren Neurobiologen Dr. Sebastian Spörer auf dem F&E Manager Forum 2015 in München. Im spannenden und informativen Vortragsduett haben wir die Frage beantwortet, wie der agile Handlungsrahmen angewendet werden sollte, damit er die Bedürfnisse der Menschen trifft, ihr Potenzial zu entfalten und mit diesem Potenzial erfolgreich zu sein.

Das geht nur über Drogen – über körpereigene Drogen, wie Dopamin, Adrenalin und andere. Nach außen wird das als Spaß und Begeisterung sichtbar. In Projekten heißt die Herausforderung, einen Rahmen zu schaffen, in dem Teams sich selbst gesteckte Ziele erreichen, gemeinsam wachsen, mit Freude und Enthusiasmus Hochleistung erbringen.

Dabei kann der agile Handlungsrahmen helfen. Wir sprechen bewusst nicht von einem Prozess oder Methode.

Wenn Sie darauf achten, das Sie ein Umfeld schaffen, in dem

  • Wahrheit durch gelieferte Ergebnisse im Takt entsteht,
  • die Mitarbeiter vital sind, dank gesunder Ernährung und Bewegung,
  • eine Fehlerkultur herrscht, die durch die Bildung von Differenzen das beste Ergebnis möglich macht.

Wenn

  • Stärken gestärkt werden, statt Defizite auszugleichen,
  • alle einen gemeinsamen Fokus haben und ihn konzentriert verfolgen und
  • selbstbestimmte Teams agieren und nicht durch Command & Control eingebremst werden,

dann werden Sie überrascht sein, welches Potenzial in Ihren Mitarbeitern schlummert und geweckt wird.

agilean und Neurowissenschaft_gr

Vielleicht fragen Sie sich, welche Rolle der Präfrontale Cortex (PFC) auf dem Spielfeld hat und was das Ganze mit „Spinnen küssen“ zu tun hat. Etwas vereinfacht, ist der PFC der Verstand des Menschen. Auf unserer Abbildung steht er für eine bewusste Entscheidung der Ratio für eine Kultur der Begeisterung. Verstandesmäßig vermitteln können sie diese Begeisterung jedoch nicht: Sie müssen sie erlebbar machen. Nur dann schüttet das Gehirn die Drogen aus, die nachhaltig Lust auf mehr davon machen.

Genauso ist es eine bewusste Entscheidung, wenn Sie bei Ihren Kindern eine Spinnenphobie vermeiden möchten. Die Methode dazu ist recht einfach: Sie fangen die Spinne in einem Glas und bevor Sie sie ins Freie setzen darf jeder der Familie einen Kuss aufs Glas drücken. Sie werden sehen: Es funktioniert. Probieren Sie es aus. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei.

One thought on “Spinnen küssen – agiles Management – neurobiologisch

  • Toller Beitrag! „Spinnen küssen“ wird ab heute als Metapher auch in meinen aktiven Wortschatz einfließen 🙂

    Kleine Ergänzung noch zum Fußballfeld: Wenn rechts der „grüne“ Präfontale Cortex liegt (mit lecker Dopamin), dann sehe ich im linken „roten“ Feld das Reptilienhirn mit viel Streß (Cortisol) und den eingeschränkten Reaktionsmustern Flucht, Kampf, und Totstellen. Das sind tatsächlich die Muster, die ich leider in Umgebungen mit viel Command & Control und Multitasking immer wieder wahrnehmen muss.

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